02 / 10 / 19
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Mann gegen Mann.

Der englische Schauspieler Benjamin Cumberbatch ist für seine Charakterrollen bekannt: Die Darstellung des Physikers Stephen Hawking im Film Die Suche nach dem Anfang der Zeit machte ihn 2004 über Nacht berühmt, mit Sherlock Holmes hat er Hollywood erobert und seine Shakespeare-Darstellungen gelten im an Shakespeare-Darstellungen nicht gerade armen London als Stadtgespräch. Cumberbatch hat aber auch Charakter, wie es scheint: Der Schauspieler nimmt keine Rollen mehr für Produktionen an, in denen Frauen nicht das gleiche Honorar bekommen wie Männer.

Full Stop.

Diese Haltung ist neu – dass Männer die Anliegen der Frauen nicht nur mit Kopf und Herz unterstützen, sondern sie aktiv zu ihrer eigenen Sache machen. Und wenn man diesen Gedankenfaden einmal unverknotet durch die Finger laufen lässt, dann wird auch klar, was der nächste Schritt im Verhältnis der Geschlechter sein wird:

Die Männer wehren sich gegen die Männer.

Wir sind sehr dafür. Es wäre für das Zusammenleben von Männern und Frauen, für das Familienleben, die Schulen und die Unternehmenskulturen ein Quantensprung: Wenn die Männer, die mit Frauen auf Augen- und Herzhöhe leben wollen, all die unbeweglichen, rückständigen, despotischen, selbstgefälligen und hierarchiebdürftigen Männer, die das sabotieren, aus dem Cockpit kippen.

Ganz egal ob Vater, Bruder, Nachbar, Kollege, Chef, Lehrer, Beamter, Politiker oder einfach der unbekannte Idiot neben einem – von nun an wehren sich Männer bitte gegen die schlampigen Bemerkungen, die sexistischen Angewohnheiten oder die aus jeder Zeit gefallenen Ansichten von anderen Männern. Zoten und Herabwürdigungen, Denkfaulheit und Veränderungsresistenz möge von nun an so genannt werden, klar udn deutlich. Und diese Männer mögen bei der Auseinandersetzung Mann gegen Mann bitte kleinlich und penibel sein: Gegen Kleinmut kommt man nicht mit Großzügigkeit an, sondern mit Ausnahmslosigkeit.

Wir können nur ahnen, wie unendlich gut das den Frauen täte und wieviel Grant und Verbissenheit sich damit in Luft auflösen könnten. Oder wie gut das Aufstehen der Heutemänner vor allem auch den Kindern der Gesternmänner täte – sie hätten endlich einen Gegenentwurf für das eigene Leben und einen Beweis, dass Männer und Frauen nebeneinander, nicht untereinander stehen.

Ach ja, und den Kampf Mann-gegen-Mann bitte unbedingt auf die scharfe, aber lässige Art führen, die gute Männer und ihren Wortwitz in der Regel auszeichnet. Cumberbatch hat es in einer Drehpause vorgemacht:

Mitglied der Crew: „I do know a really nice joke about women.“

B. Cumberbatch: „There is no such thing … „




16 / 09 / 19
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Die gut versteckte Revolution.

Es spricht viel für die These, dass es keinesfalls mehr schlechte Nachrichten als gute Nachrichten gibt, allerdings scheinen sich die guten Nachrichten gerne zu verstecken. Warum sie das tun? Es ist zu vermuten, dass sie sich wie wir alle heftig vor Boris Johnsons Frisur fürchten, aber Forscher eines internationalen Linguistikprojekts haben nun herausgefunden, dass sie wohl schlichtweg gekränkt sind – denn wir schenken guten Nachrichten weniger Aufmerksamkeit als schlechten Nachrichten. Und als ob das nicht schon Kränkungsmaterial genug wäre bzweifeln wir auch die Richtigkeit von good news deutlich stärker als die von bad news.

Das erklärt vielleicht auch das Lieblingsversteck von guten Nachrichten – die Statistik. Zwischen Zahlen eingeklemmt finden sich auffallend viele gute Nachrichten, sie scheinen sich dort wohler zu fühlen als in der freien Kommunikationswildbahn. Dort kann man sich ja niemals sicher sein, nicht plötzlich Johnson, Trump, der AFD oder einem Kurzzeitkanzler gegenüberzustehen. Da blüht der guten Nachricht dann das kreischende „FAKE NEWS!“, mindestens aber die gediegen-undemokratische MESSAGE CONTROL, beides tut weh. In der Statistik dagegen herrscht Ruhe und wird man entdeckt, kann man dort quasi automatisch den Wahrheitsbeweis mitliefern. Beispielsweise bei der stillen, fast unbemerkten und geradezu rasanten Revolution des Vaterbildes.

3 von 4 Männern, so eine aktuelle Studie, finden es normal, nachts aufzustehen, das Baby zu wickeln und in Vaterkarenz zu gehen. Diese Vaterkarenz nehmen auch immer mehr Männer in Anspruch, ihr Anteil hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt; und Väter, die einmal in Vaterkarenz waren, lernen ihre „Lektion der Freude“ – sie übernehmen auch danach einen größeren Anteil an der Familienarbeit.

Der Hauptgrund, keine Vaterkarenz zu nehmen, ist übrigens rein finanzieller Natur: Über 50% der Väter nennen die finanziellen Einbußen als unüberwindbares Hemmnis. Wenn also Vater Staat endlich so gut wäre wie die jungen Väter, hätte sich eines der zentralen Themen der Gleichbrechtigungsgesellschaft wohl schon gelöst, nämlich die faire Teilung der Kinderlast.

Die üblichen Verdächtigen fallen dagegen immer weniger ins Gewicht: Sorge vor beruflichen Konsequenzen haben kaum mehr als 10% der Väter, die Sorge vor negativen Reaktionen von Vorgesetzten bzw. Kollegen liegt sogar noch darunter. Himmel, das ist eigentlich eine gute Nachricht nach der anderen!

Was allerdings gute Nachrichten im Zusammenhang mit Boris Johnson angeht … da suchen wir noch.


26 / 06 / 19
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Kleiner Anstoß.

Zur Zeit findet in Frankreich die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Es wird guter Fußball gespielt, manchmal auch schlechter, wie das bei Weltmeisterschaften eben so ist. Und obwohl der Titel noch gar nicht ausgespielt ist (so wie es aussieht, werden wohl die US-Frauen Weltmeister, verhindern könnten das am ehesten die Französinnen), steht der Sieger schon fest – es ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern.

Es gibt bei dieser Frauen-WM einen angenehmen Focus auf den Sport und die Sportlerinnen. Die Spiele der brasilianische Fußballnationalmannschaft erreichen Einschaltquoten von über 30%, niemand fordert mehr Fraudeckung statt Manndeckung und vollkommen selbstverständlich schüttelt man den Kopf über jene Zeitung, die nach dem ersten Spiel der Deutschen „Hässlicher Auftaktsieg durch unsere Hübscheste!“ auf die Titelseite schrieb.

Ganz selbstverständlich wird auch über die Diskriminierungsklage der US-Spielerinnen gegen den eigenen Verband berichtet, die für den Titel weniger Prämien als ihre männlichen Kollegen bekommen sollten. Was auf den ersten Blick wie müdes Equal-Pay-Jammern aussieht, ist in Wirklichkeit eine Erfolgsgeschichte der Normalisierung – der Frauenfussball ist in den USA schlichtweg größer, beliebter und profitabler als der Männerfußball und ist auf eine Genderdiskussion gar nicht mehr angewiesen.

Die Idee, dass Frauen sich gegen Männer am besten wehren, wenn sie ihr Spiel härter spielen, ist eine Sackgasse. Wenn das Spiel MÄNNERGEGENFRAUEN bzw. FRAUENGEGENMÄNNER gespielt wird, gehen auf die eine oder die andere Art immer zwei Verlierer vom Platz, aber niemals ein Sieger. Und diese WM gibt einen der raren Ausblicke darauf, wie das Verhältnis der Geschlechter nach #metoo weitergehen könnte.

Stimmt, nicht mit dem Kaffeeservice, das die Deutschen Damen nach dem Gewinn ihrer ersten Europameisterschaft 1989 bekommen haben. Aber auch ganz sicher nicht mit Fraudeckung.

Bitte anschauen.


14 / 11 / 18
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Bitte warten.

Es ist einige Zeit vergangen seit dem letzten Blog, das stimmt. Man könnte sagen, dieser Blog hat auf sich warten lassen, und wenn wir etwas besser lügen könnten als wir es können, dann würden wir  jetzt schreiben, dass genau das auch unsere Absicht war – denn dieser Blog beschäftigt sich mit dem Thema Warten.

Es ist nicht sehr populär, das Warten. Niemand wartet gern und allgemein wird Wartezeit eindeutig als gestohlene Zeit gesehen, auf jeden Fall als vergeudete. Ganz selbstverständlich rasen wir Bahnsteige entlang und Straßenbahnen hinterher, weil wir nicht warten wollen. Auf einer Warteliste zu stehen ist bei genauer Betrachtung eine besonders üble Form der Ablehnung sowie des Scheiterns und die Warteschlange bringt mit lockerer Hand zwei biblische Plagen in einem Wort unter. Da ist das Weltgesetz der Warteschlange übrigens noch gar nicht berücksichtigt, demzufolge sich die vermeintlich kürzeste Warteschlange bzw. Staureihe verlässlich als die längste herausstellt, sobald wir drinstehen.

Der Fotograf Dieter Leistner fotografiert seit 40 Jahren Menschen an Haltestellen. Seine Bilder zeigen in ihrer tiefen Ruhe interessanterweise vor allem eins – Unruhe. Man sieht eindeutig unruhige Menschen, die sich  sichtlich nicht wohlfühlen, so wie sie da stehen, sitzen, schauen; wie sie eben: warten. Diese Bilder des Wartens zeigen auch, woher ihre Unruhe kommt und sie bilden damit den Grund für den schlechten Ruf des Wartens ab – wenn wir warten, sind wir mit uns allein. Und zwar plötzlich, ohne Vorwarnung und vollkommen unvorhergesehenermaßen.

Genau das ist die Schönheit des Wartens.

Warten ist Zeit, mit der wir nicht gerechnet haben, die auch nichts von uns verlangt und in der wir absolut nichts tun müssen. Es ist freie und verwendungsoffene Zeit. Für diese plötzlich auftauchenden Minuten und Stunden oder Tage ist keine Tätigkeit vorgesehen, wir könnnen tun und lassen, was wir wollen, sogar – nichts. Wir können die Augen schließen, den Blick nach oben lenken, unserem Atem zuhören, die Menschen um uns ansehen und versuchen, gar keinen Gedanken zu haben oder einen unerhörten, strahlenden, neuen. Wir können auch … Ruhe geben. Uns und den anderen.

Gerade, weil wir dort nichts zu tun haben, kann das Warten etwas für uns tun – es bringt uns in Kontakt mit dem Ungeplanten und Überraschenden; mit Momenten und Menschen, die nicht geplant waren; und mit Gedanken und Gefühlen, die in unserem Leben selten vorkommen.

Das Warten ist damit einem Geschenk deutlich näher als einem Diebstahl. Wir sollten also mehr warten statt weniger. Und auf keinen Fall sollten wir Wartezeit zurückweisen. Die Sprache liefert dafür übrigens wie immer einen guten Hinweis: Die zweite Bedeutung von „warten“ lautet gemäß Duden „pflegen, instand halten“. Probieren Sie es aus.

Und dann warten Sie ab, was passiert…


03 / 08 / 18
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Lob der Ahnungslosigkeit.

 

„Keine Ahnung. Und Du?“

„Keine Ahnung.“

Dieser kurze Dialog fand neulich in der U-Bahn irgendwo hinter uns statt. Zwei Teenager waren eingestiegen und hatten sich über ihre offensichtlich gerade stattfindenden Maturaprüfungen unterhalten – wie schwer diese nicht seien, wie jenseitig die Lehrer, diese Dinge eben. Und dann fragte der eine den anderen, was er denn nach der Schule eigentlich machen würde. Also jobmäßig, quasi … beruflich.

„Keine Ahnung. Und Du?“

„Keine Ahnung.“

Es klang bedrückt. Ahnungslosigkeit hat im Berufsleben einen ausgesprochen schlechten Ruf, er dürfte nur knapp oberhalb von dem eines Verkäufers alkoholfreien Biers in einem irischen Pub liegen. Im Berufsleben, so die gängige Meinung, muss man unbedingt wissen, was man will, je früher desto besser. Und so liegen ganze Maturajahrgänge mitsamt ihren Eltern schlaflos im Bett, weil nach dem Schulabschluss im Juni schrecklicherweise auch im Juli noch nicht klar ist, welcher Berufsweg denn jetzt einzuschlagen ist.

Wir beraten jeden Tag Menschen dabei, ins Berufsleben zu kommen bzw. ihr Berufsleben weiterzuentwickeln. Und wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass die vermeintliche Ahnungslosigkeit fast immer etwas sehr anderes ist – ein Ahnungsgewinn. Nämlich davon, dass eine schnelle, übliche und erstbeste Antwort nicht weiterhilft. Es scheint so etwas zu geben wie das BERUFLICHE WESEN, das wir alle in uns haben und an dem wir nicht beliebig vorbeileben können, wenn wir wirklich Erfolg haben wollen, also einen Erfolg, der über das Gehalt hinausgeht und nicht in Burnout oder völliger Sinnentleerung endet.

In der Schattenarbeit bringen wir deshalb Licht in die Frage, was denn dieses BERUFLICHE WESEN sein könnte: Was sind Ihre wirklichen Talente und Begabungen, Ihre beruflichen Herzensanliegen? Haben diese sich verändert bzw. sind diese womöglich gerade dabei, sich zu verändern? Und was sind bzw. woher kommen eigentlich die Ängste und Vorstellungen, Handlungsmuster und Annahmen, die Ihnen dabei immer wieder in die Quere kommen und Sie von Ihrem Erfolg abhalten?

To have no idea, wie es im Englischen heißt, ist ein guter Anfang, um die richtigen Antworten zu finden. Denn wir sind in diesem Modus bereit für Neues, aber nicht bereit für Falsches. Und wie es scheint, liebt das Leben diesen Zustand – denn es kommt den Fragenden sehr verlässlich zu Hilfe. Das sieht dann beispielsweise so aus: Dann kommt plötzlich ein Jobangebot, das perfekt passt. Oder die erfolgreiche nationale Firma wird überraschenderweise gekauft und es ergeben sich die lang ersehnten internationalen Arbeitsmöglichkeiten. Oder man stöbert im Cafe (in dem man sonst nie sitzt) in der Zeitung (die man sonst nie liest) durch den Stellenteil (was man sonst nie tut) und findet tatsächlich eine Position, die alles hat, was man gerne hätte.

Manchmal ist diese Entwicklungshilfe aber auch nicht ganz leicht zu entschlüsseln, weil sie als negatives Erlebnis auftritt. Ein Beispiel: Wenn Sie mit Ihrer freiberuflichen Tätigkeit plötzlich nicht mehr genug zu verdienen ist, dann ist das womöglich vor allem die Aufforderung, endlich über die eigene berufliche Entwicklung nachzudenken. Oder: Es kommt ein neuer Chef/eine neue Chefin, mit der keine sinnvolle Zusammenarbeit möglich scheint – es könnte der Anstoß sein, einmal über Veränderung nachzudenken, vielleicht auch darüber, selbst Chef/Chefin zu werden oder warum das jetzt schon die dritte Position hintereinander ist, wo Sie Probleme mit Ihren Vorgesetzten haben. Und vielleicht hören Sie sich dann ja sagen: ”Keine Ahnung“.

Ein guter Anfang.

 

 

© Institut für Schattenarbeit 2018


30 / 06 / 18
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Ein Ozean der Erkenntnis.

Zur Zeit läuft „Ocean 8“ im Kino. Der Film ist unterhaltsam, aber in Summe doch einige  Seemeilen von der berühmten Ocean-Trilogie entfernt, in der George Clooney mit Brad Pitt sowie einer Gruppe von Meisterdieben das größte Casino in Las Vegas ausraubt und dabei so nebenher auch noch dem Begriff Coolness neues Leben einhaucht.

Man muss „Ocean 8“ also nicht unbedingt gesehen haben. Es gibt allerdings einen Blickwinkel, der „Ocean 8“ hochinteressant macht – es ist der Blick auf die Tatsache, dass sämtliche Hauptrollen von Frauen besetzt sind und sich die Handlung eisern auf echte oder vermeintliche Frauenthemen konzentriert, nämlich auf Sandra Bullock, die Eröffnungsgala in der MET und Cartier. In der Sprache der Hollywood-Studios ist „Ocean 8“ all female sowie gender-swapped und dieses Konzept wird einstimmig als großer Fortschritt bejubelt. Endlich. Endlich bekommen Frauen auch in Hollywood das, was Ihnen zusteht – Hauptrollen, gleiche Gagen, Anerkennung, Raum für ihr Können.

Ja, das sieht nach einer Lösung aus. Aber es ist keine.

Männer und Frauen sind Seite an Seite gedacht und alles, was auf dieser Welt von Wert und Bedeutung ist, entsteht durch das Zusammenwirken der beiden. Das Wesen von Mann und Frau ist die Verbindung, die Auseinander-Setzung ist es nicht und der Alleingang ist es noch viel weniger. Es sind Zweifel angebracht, ob wir ein gleichberechtigtes und gleichwertiges Verhältnis zwischen den Geschlechtern bekommen, wenn wir Die Herrin der Ringe drehen oder Ben Hura ins Kino bringen, ein 5-Stunden-Epos, an dessen fulminantem Ende das erste eBike-Rennen der Filmgeschichte die Zuschauer in seinen Bann zieht.

Es wird ein Leben nach #metoo geben, und wir sollten anfangen, uns darüber Gedanken zu machen. Wenn es ein Leben Seite an Seite sein soll, dann haben die nächsten Schritte Augen- und Herzhöhe zwischen Männern und Frauen zum Ziel. Es geht darum, die „MännerundFrauenbewegung“ ins Leben zu rufen, die immer beide Seiten mitdenkt und mitmeint; die statt Ideen nur für Männer oder Frauen auf Entwicklungen für beide setzt. Und damit das gemeinsame Leben und Lieben ermöglicht, das wir uns alle herztief wünschen.

„Ocean 8“ ist ein Lehrbeispiel dafür, wie diese MännerundFrauenbewegung konkret aussehen könnte: George und Sandra dirigieren dann zusammen eine Crew von Meisterdieben, die ebenfalls sowohl aus Männern als auch aus Frauen besteht. Natürlich streiten sie sich den ganzen Film darüber, wer das Sagen hat, natürlich tun sie so, als ob sie sich nicht leiden können und natürlich werden sie dann am Ende das Traumpaar unter den Traumpaaren.

Und wenn wir vom Institut bei den Dreharbeiten etwas zu sagen hätten, dann würden die beiden übrigens weder ein Casino noch die MET ins Visier nehmen, sondern das Obere Belvedere in Wien. Sie würden dort unbemerkt einbrechen. Und ein Bild von Klimt stehlen. Der Kuss. Was denn sonst…

© Institut für Schattenarbeit 2018


30 / 04 / 18
LEUCHTSPUR. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Staugedanken.

(Ein Montagmorgen. Natürlich Stau. Wir fahren mit dem Auto ins Büro nach Wien, das kommt nicht sehr oft vor, aus gutem Grund: Wir fahren gar nicht, wir stehen. Das hat aber auch seine Vorteile: Du ziehst Lippenstift auf und machst dann diese frauenwunderbare Rollbewegung mit dem Mund, damit sich das Rot gleichmäßig verteilt. Und dann schaust Du mich an.)

„Wir schreiben einen Blog.“

„Ich glaube, Du hast noch Lippenstift …“
„Bitte hör mir zu. Wir sollten einen Blog schreiben, weisst Du. Für das Institut.“

„Institute haben keine Blogs.“
„Unser Institut schon.“

„Wie kommst Du darauf…“
„Wir stehen hier schon so lange herum, ich habe mir die Autos angeschaut und die Wolken und dann war der Gedanke da. Wir schreiben einen Blog.“

„Also einmal angenommen, wir machen das: Worüber schreiben wir?“
(denkt nach)

„Worüber? Schreiben? Wir?“
„Schatz, bitte nicht so ungeduldig. Es ist doch erst einmal eine Idee.“

„Also, wenn es der Blog des Instituts für Schattenarbeit ist, muss es natürlich um Schattenarbeit gehen.“
„Das stimmt. Wir schreiben dann jede Woche etwas zum Thema Schattenarbeit – über persönliche Entwicklung, über Liebe und Paare und über Erfolg, Beruf.“

„Drei Spuren und nichts bewegt sich…“
„Wir schreiben über all das, wo die Schattenarbeit helfen kann.“

„Jede Woche kommt mir ehrgeizig vor.“
„Wie oft dann?“

„Keine Ahnung. Warum stehen wir eigentlich immer in der langsamsten Spur?“
„Lenke jetzt nicht ab.“

„So alle zwei Wochen ist gut. Jedenfalls für den Anfang.“
„Was könnte in den Blogs drinstehen?“

„Aktualitäten. Männertag, Frauentag. Ereignisse, die wir kommentieren. Männertag und Frauentag sollte man übrigens beide sofort abschaffen.“
„Oh ja …“

„Ich finde auch unsere neuesten Vorträge gehen, unsere aktuellen Ideen, solche Dinge.“
„Und echte und konkrete Handlungsanweisungen, über die wir noch kein Buch geschrieben haben, die gehen auch.“

„Mhm, sage mal zwei Beispiele.“
„Patchwork. Wie funktioniert das? Oder warum Frauen ganz anders Karriere machen als Männer. Oder über Eisbären und Tiger, diese Dinge.“

„Wir stehen wirklich immer in der absolut langsamsten Spur von allen.“
(strenger Blick, definitiv kein Lächeln)

„Es muss auch nicht immer nur Text sein, ein Video geht auch. Oder eine Grafik.“
„Ja, das „Unkrautherz“ zum Beispiel. Wir haben so viel erfunden, so viel entwickelt und nachgedacht, wir haben gesagt, das wollen wir jetzt verbreiten. Da ist ein Blog doch genau das Richtige, oder?“

„Stimmt.“
„Schreibst Du mal den ersten?“

„Wir stehen übrigens wirklich … also wirklich immer …“

So hat alles angefangen. Mit einem Stau, der ja vielleicht ein Gedankenstau war. Wir werden also an dieser Stelle regelmäßig unregelmäßig über die Schattenarbeit schreiben … über neue Ideen, neue Angebote und neue Erfahrungen und Entwicklungen. Vielleicht ist Ihr Interesse am Institut geweckt, das würde uns freuen. Und am meisten freuen wir uns natürlich darüber, wenn Sie dann weiterleiten, was wir da versuchen weiterzuleiten.