30 / 04 / 18
Leuchtspur. Der Blog von Stefanie Körber und Stefan Pott

Staugedanken.

(Ein Montagmorgen. Natürlich Stau. Wir fahren mit dem Auto ins Büro nach Wien, das kommt nicht sehr oft vor, aus gutem Grund: Wir fahren gar nicht, wir stehen. Das hat aber auch seine Vorteile: Du ziehst Lippenstift auf und machst dann diese frauenwunderbare Rollbewegung mit dem Mund, damit sich das Rot gleichmäßig verteilt. Und dann schaust Du mich an.)

„Wir schreiben einen Blog.“

„Ich glaube, Du hast noch Lippenstift …“
„Bitte hör mir zu. Wir sollten einen Blog schreiben, weisst Du. Für das Institut.“

„Institute haben keine Blogs.“
„Unser Institut schon.“

„Wie kommst Du darauf…“
„Wir stehen hier schon so lange herum, ich habe mir die Autos angeschaut und die Wolken und dann war der Gedanke da. Wir schreiben einen Blog.“

„Also einmal angenommen, wir machen das: Worüber schreiben wir?“
(denkt nach)

„Worüber? Schreiben? Wir?“
„Schatz, bitte nicht so ungeduldig. Es ist doch erst einmal eine Idee.“

„Also, wenn es der Blog des Instituts für Schattenarbeit ist, muss es natürlich um Schattenarbeit gehen.“
„Das stimmt. Wir schreiben dann jede Woche etwas zum Thema Schattenarbeit – über persönliche Entwicklung, über Liebe und Paare und über Erfolg, Beruf.“

„Drei Spuren und nichts bewegt sich…“
„Wir schreiben über all das, wo die Schattenarbeit helfen kann.“

„Jede Woche kommt mir ehrgeizig vor.“
„Wie oft dann?“

„Keine Ahnung. Warum stehen wir eigentlich immer in der langsamsten Spur?“
„Lenke jetzt nicht ab.“

„So alle zwei Wochen ist gut. Jedenfalls für den Anfang.“
„Was könnte in den Blogs drinstehen?“

„Aktualitäten. Männertag, Frauentag. Ereignisse, die wir kommentieren. Männertag und Frauentag sollte man übrigens beide sofort abschaffen.“
„Oh ja …“

„Ich finde auch unsere neuesten Vorträge gehen, unsere aktuellen Ideen, solche Dinge.“
„Und echte und konkrete Handlungsanweisungen, über die wir noch kein Buch geschrieben haben, die gehen auch.“

„Mhm, sage mal zwei Beispiele.“
„Patchwork. Wie funktioniert das? Oder warum Frauen ganz anders Karriere machen als Männer. Oder über Eisbären und Tiger, diese Dinge.“

„Wir stehen wirklich immer in der absolut langsamsten Spur von allen.“
(strenger Blick, definitiv kein Lächeln)

„Es muss auch nicht immer nur Text sein, ein Video geht auch. Oder eine Grafik.“
„Ja, das „Unkrautherz“ zum Beispiel. Wir haben so viel erfunden, so viel entwickelt und nachgedacht, wir haben gesagt, das wollen wir jetzt verbreiten. Da ist ein Blog doch genau das Richtige, oder?“

„Stimmt.“
„Schreibst Du mal den ersten?“

„Wir stehen übrigens wirklich … also wirklich immer …“

So hat alles angefangen. Mit einem Stau, der ja vielleicht ein Gedankenstau war. Wir werden also an dieser Stelle regelmäßig unregelmäßig über die Schattenarbeit schreiben … über neue Ideen, neue Angebote und neue Erfahrungen und Entwicklungen. Vielleicht ist Ihr Interesse am Institut geweckt, das würde uns freuen. Und am meisten freuen wir uns natürlich darüber, wenn Sie dann weiterleiten, was wir da versuchen weiterzuleiten.